Die Bordsteinschwalben auf St. Pauli, nur wenige Meter von der
Hasenschaukel entfernt, bilden einen eingängigen Gegensatz zu den tiefgründigen Texte von
Schöftland. Ob "Weissenbühl", "Bademeister", "Kommst um zu gehen", "Dass ich schlief" oder "Liebesbrief", die Songs erzählen alle eine spannende Geschichte und überzeugen nicht zuletzt mit einer Vielzahl an charmanten Wortspielen. Obwohl Schöftland "nur" als Duo auftritt, ist die Musik trotzdem äusserst vielschichtig. Dank Gitarre, Piano, Saxophon und technischen Hilfsmitteln - Loop und iPhone - gelingt es den beiden Musikern, einen beachtlichen und vor allem sehr abwechslungsreichen Klangkörper in den Raum zu stellen. Manchmal wirken Schöftland fast ein wenig schüchtern. Das Hamburger Publikum ist sich solche Zurückhaltung nicht gewohnt und freut sich, als Floh zwischen zwei Liedern eine kleine Geschichte von der Reise nach Hamburg erzählt.
Musik und Texte von Schöftland berühren und regen zum Nachdenken an. Die Berner sind fast ein wenig zu intellektuell für das grosses Publikum. Umso besser. Denn eine riesige Konzerthalle würde nicht zur Stimmung der Musik passen und die einzigartige Atmosphäre zerstören. Schöftland geht einem nahe und die räumliche Nähe zu den beiden Musikern verstärkt dieses schöne Gefühl. Hoffentlich bringen es Schöftland schon bald wieder nach Hamburg.