Sin_Sim

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Das ist Albert Speer (sen.). Speer ordnete sich als führender NS-Architekt ganz den Vorstellungen seines Bauherrn Hitler unter und wurde 1942 zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition ernannt. Später war er für die Organisation der gesamten Kriegswirtschaft des Deutschen Reichs verantwortlich. Er war einer der 24 im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof Angeklagten und wurde am 1. Oktober 1946 zu 20 Jahren Haft verurteilt.




Passend zum kommenden Beginn der Olympischen Spiele in Beijing: Die Süddeutsche Zeitung meint zum Thema "Bauen für die Bösen", dass es nicht darauf an kommt, ob - sondern vor allem was und wie gebaut wird.

Figugegl

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Pre-fondü-warmup. Endlich Gerstensaft

rost!


Lea Chepeet (Sozialliberale Partei) ist auf Tournee, um ihr Image aufzupolieren. Ihre Umfragewerte sind im freien Fall und die Sozialliberale Partei kommt nicht zur Ruhe. Sie sagt, sie sei gekommen, um zuzuhören und Anregungen aufzunehmen. In Wahrheit muss sie die Basis davon überzeugen, dass sie bei den Wahlen vom kommenden Sonntag überhaupt eine Chance hat. Chepeet gibt sich redlich Mühe, aber die Argumente wirken schon verbraucht, bevor die Kampagne richtig begonnen hat.

Ihr Feld ist abgegraben von einem entfesselten Hans Hirt (Partei der Steuerzahler) und einem wiederauferstandenen Peter Pavot (Freisinnige Demokraten).
Hirt hat aufgeräumt, geformt und genormt. Besucher staunen über die Sauberkeit und die Ordnung in der Stadt. Die Busse fahren pünktlich, die Verkäufer in den Confiserien und Apotheken sind freundlich. Kritik muss "der engagierte Alte", wie ihn seine Wähler liebevoll bezeichnen, einzig von der Linken fürchten: Die Law&Order-Politik Hirts koste nicht nur Geld, sondern vergraule die Jungen aus der Stadt. Besonders Cheepet wird nicht müde, auf das enorme Budgetdefzit und auf das mit 71 Jahren doch relativ hohe Durchschnittsalter der Innenstadtbevölkerung hinzuweisen. Hirt kanns egal sein, "in meinem Alter plant man nicht mehr weit voraus."

Um sicher zu gehen, dass die Bewohner von Archiblogcity noch einmal auf ihn hereinfallen, verspricht Peter Pavot ihnen das Blaue vom Himmel: Die Steuern sollen gesenkt, die Renten angehoben werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es ihm ein weiteres Mal gelingt, eine tragfähige Regierung zu bilden. Und: Um die Chancen für eine Mehrheit in der künftigen Regierung zu erhöhen, könnte Pavot versucht sein, Gespräche mit der Linken zu führen. Einer Zeitung verriet er, dass er den Dialog grundsätzlich nicht ausschliesse. Doch werde dieser erst nach den Wahlen angegangen.



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Hopp yb!

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Hans Hirt und seine Partei der Steuerzahler arbeiten sehr erfolgreich, der Leistungsausweis ist beeindruckend: Die Kriminalität quasi auf Null, die Luftverschmutzung verduftet, die Arbeitslosigkeit ist geradezu lächerlich tief. Die ältere Bevölkerung sehr sehr glücklich und zufrieden.
Auch privat läuft es dem Pensionär ausgezeichnet, heiratete er doch letzten Samstag heimlich und für alle überraschend die ehemalige Eisprinzessin Elsa Studer.

Hinsichtlich des Wahlkampfs für die Stadtpräsidentschaftswahlen vom 23.3. zeichnet sich aber eine Überraschung ab: Mit seiner Flucht ins Ausland hatte Peter Pavot (Freisinnige Demokraten) vor ein paar Tagen das bürgerliche Lager noch verzweifeln lassen. Nun, nach der Niederlegung einiger Korruptionsverfahren ist er im Aufwind. Er hat gute Chancen, die Wahlen erneut zu gewinnen. Pavot zitierte eben an einer Medienkonferenz die gestern veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts PolStat, wonach sich mehr als 60 Prozent der Befragten überzeugt zeigen, dass er die Wahlen gewinnen würde.

Wie können die Bewohner Archiblogcitys einen solchen Mann wählen, trotz seiner Interessenkonflikte, trotz seiner rüden Populistenmanier, trotz der gegen ihn anhängigen Prozesse – das fragte sich bereits vor 2 Jahren die halbe Welt. Vielleicht verstünde man die Posse ein wenig besser, wenn es aus dem "trotz" einfach ein "wegen" machte. Pavot ist und bleibt ein Rätsel - und ein Politgenie.


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Archiblogcity steht vor dem Radikalwandel. Stadtpräsident Pavot ist durch ein Misstrauensvotum im Parlament gestürzt worden. Die drei Oppositionsparteien brachten die den Lokalmonarchen mit 171:13 Stimmen zu Fall. Sie werfen Pavot vor, nicht mehr über die moralische Autorität zur Führung der Stadt zu verfügen.
Die Jahre unter Pavot sind in Archiblogcity nicht ohne Widerstand vergangen. Die Opposition ist jedoch lange Zeit gespalten gewesen, weil ihre Parteipräsidenten sich oft untereinander bekämpften.

Interimistischer Nachfolger Pavots wird Hans Hirt von der Partei der Steuerzahler. Sein altbekanntes Programm: Kündigung der Niederlassungsverträge mit anderen Staaten, Grundbesitz gibt kein Recht auf Niederlassung, Bekämpfung der Schwarzeinwanderung. Und schon bald gibts Neuwahlen.

Pavot war übrigens für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.



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Es geht was in Archiblogcity:

- Etwa 30 Babypunks haben am Mittwochnachmittag in der Innenstadt das ehemalige Regierungsgebäude besetzt. Laut Polizei kam es zu keinen Zwischenfällen. Die Aktivisten drängen auf mehr Mitbestimmung im Kulturzentrum, längere Schulferien und mehr Taschengeld.

- Gestern fand erneut eine Solidaritätsaktion der Antifaschistischen Front und der Vereinigung der seit kurzem antifaschistischen Skinheads (V.d.s.k.a.S.) mit dem Kampf der Geriatrischen Loge für bessere Luft und eine bessere Verpflegung in Betagtenheimen statt. Es gab Sangria aus dem Tetrapack.

- Die zwei Direktoren der Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün haben an Lea Chepeet appelliert, die kommenden Wahlen zu gewinnen. Unter Pavot sei die Aufrechterhaltung der Tiefbauinfrastruktur und der Stadtentwässerung nicht gewährleistet.

- Etwa 200 ArbeiterInnen aus der lokalen Konservenfabrik organisierten einen einwöchigen totalen Streik. Niemand arbeitete und die Produktion war völlig lahm gelegt. Gestern fuhren die ArbeiterInnen zum Stadtparlament, um dieses zu bitten, ein Treffen zwischen Fabrikbesitzer Pavot, den ArbeiterInnen und Vertretern der einzig verbleibenden Gewerkschaft zu arrangieren. Der Rat versprach ein solches Treffen für den Samstag. Weil die ArbeiterInnen aber wissen, dass sie von Politikern immer belogen werden, glauben sie ihnen nicht und planen eine Demonstration beim Parlament in Archiblogcity.

- Frau Studer leidet an Asthma und spielt mit dem Gedanken, ihre Schwester im Ausland zu besuchen.

- Herr Berger hat sich stolpernd die Beine gebrochen. Die Strassen sind wirklich in einem erbärmlichen Zustand.

- Franz Seckinger, Grundschullehrer und ehemaliger Elektropopper, hat heute seiner Klasse wegen der Luftverschmutzung bis auf weiteres schulfrei gegeben.




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"Herr Präsident, wir sind hassen Sie!" hiess es in einem Leitartikel der Archiblogcity Zeitung.

Noch ist die Katastrophe in ihren Ausmassen weder erfasst noch wirklich fassbar. Archiblogcity, eine einzigartige Stadt, ist in ihrer alten Form nicht mehr existent. Die Stadt liegt am Boden, in Schutt und Asche. Sie braucht neue Firmen, viel mehr Polizei und endlich einen engagierten Umwelschutz – und nach Ansicht vieler Bewohner auch einen neuen Präsidenten. Die katastrophale Lage, kombiniert mit einem Sinkflug der Umfragewerte, ist der vorläufige Tiefpunkt in der Amtszeit von Stadtpräsident Pavot.

In aller Fairness sei gesagt: Die Schuld am Untergang trifft nicht nur den Politiker. Aber gerade für ihn werden die Probleme um Archiblogcity zum PR-Desaster: Die Fernsehteams sind überall, die Sicherheitskräfte nirgendwo; die Lokalpolitiker rufen um Hilfe, die Führung der Stadt präsentiert sich in diesen entscheidenden Tagen taub und ignorant. Pavot brach erst zwei Tage nach Beginn der Unruhen seine Ferien ab und reist nun seit Tagen von Krisencüpli zu Krisencüpli. Meist erfolglos, es tut sich nicht viel.

Fest steht: Archiblogcity wiederaufzubauen – mit sicheren Arbeitsplätzen, einer soliden Infrastruktur, einem funktionierenden Umweltschutzkonzept – wird ein gigantisches Projekt. Die Stadt vor solchen Verheerungen in Zukunft besser zu schützen erfordert öffentliche wie private Investitionen, kluge Personalpolitik und städtische Vorgaben bei der Bebauung. Es erfordert ein Ende der Steuergeschenke an die Besserverdienenden und die Einsicht, dass unter »Heimatschutz« nicht allein die Unterstützung des lokalen Gewerbes fällt. Ob und wie das gehen soll, kann sich derzeit noch niemand vorstellen.

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