Archiblogcity steht vor dem Radikalwandel. Stadtpräsident Pavot ist durch ein Misstrauensvotum im Parlament gestürzt worden. Die drei Oppositionsparteien brachten die den Lokalmonarchen mit 171:13 Stimmen zu Fall. Sie werfen Pavot vor, nicht mehr über die moralische Autorität zur Führung der Stadt zu verfügen.
Die Jahre unter Pavot sind in Archiblogcity nicht ohne Widerstand vergangen. Die Opposition ist jedoch lange Zeit gespalten gewesen, weil ihre Parteipräsidenten sich oft untereinander bekämpften.

Interimistischer Nachfolger Pavots wird Hans Hirt von der Partei der Steuerzahler. Sein altbekanntes Programm: Kündigung der Niederlassungsverträge mit anderen Staaten, Grundbesitz gibt kein Recht auf Niederlassung, Bekämpfung der Schwarzeinwanderung. Und schon bald gibts Neuwahlen.

Pavot war übrigens für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.



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Left: All the water in the world (1.4087 billion cubic kilometres of it) including sea water, ice, lakes, rivers, ground water, clouds, etc. Right: All the air in the atmosphere (5140 trillion tonnes of it) gathered into a ball at sea-level density. Shown on the same scale as the Eart



Dan Phiffer
"Nehmen Sie Bambus", sagt der Architekt
"Der deckt gut", sagt der Architekt
"Pflegeleicht", sagt der Architekt
"Ein natürlicher Zaun", sagt der Architekt
"Wunderschön, nicht", sagt der Architekt
"Schauen Sie, wie er sich mit dem Wind bewegt", sagt der Architekt
"Teuer, aber es ist es wert", sagt der Architekt
"Ist gerade gross in Mode" sagt der Architekt

Und bereits fünf Jahre später schaut es so aus:

Es geht was in Archiblogcity:

- Etwa 30 Babypunks haben am Mittwochnachmittag in der Innenstadt das ehemalige Regierungsgebäude besetzt. Laut Polizei kam es zu keinen Zwischenfällen. Die Aktivisten drängen auf mehr Mitbestimmung im Kulturzentrum, längere Schulferien und mehr Taschengeld.

- Gestern fand erneut eine Solidaritätsaktion der Antifaschistischen Front und der Vereinigung der seit kurzem antifaschistischen Skinheads (V.d.s.k.a.S.) mit dem Kampf der Geriatrischen Loge für bessere Luft und eine bessere Verpflegung in Betagtenheimen statt. Es gab Sangria aus dem Tetrapack.

- Die zwei Direktoren der Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün haben an Lea Chepeet appelliert, die kommenden Wahlen zu gewinnen. Unter Pavot sei die Aufrechterhaltung der Tiefbauinfrastruktur und der Stadtentwässerung nicht gewährleistet.

- Etwa 200 ArbeiterInnen aus der lokalen Konservenfabrik organisierten einen einwöchigen totalen Streik. Niemand arbeitete und die Produktion war völlig lahm gelegt. Gestern fuhren die ArbeiterInnen zum Stadtparlament, um dieses zu bitten, ein Treffen zwischen Fabrikbesitzer Pavot, den ArbeiterInnen und Vertretern der einzig verbleibenden Gewerkschaft zu arrangieren. Der Rat versprach ein solches Treffen für den Samstag. Weil die ArbeiterInnen aber wissen, dass sie von Politikern immer belogen werden, glauben sie ihnen nicht und planen eine Demonstration beim Parlament in Archiblogcity.

- Frau Studer leidet an Asthma und spielt mit dem Gedanken, ihre Schwester im Ausland zu besuchen.

- Herr Berger hat sich stolpernd die Beine gebrochen. Die Strassen sind wirklich in einem erbärmlichen Zustand.

- Franz Seckinger, Grundschullehrer und ehemaliger Elektropopper, hat heute seiner Klasse wegen der Luftverschmutzung bis auf weiteres schulfrei gegeben.




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Kennen Sie: Daniel Libeskind, Rem Koolhaas, Peter Eisenman, Zaha Hadid, Coop Himmelblau, und Bernard Tschumi? Alles konzeptuelle Kinder von Frank Gehry, der morgen heute, also am 28.2. ein Jahr älter wird.

Mit diesem Haus hier fing übrigens alles an:



Es steht in Santa Monica und ist in den späten 70ern entstanden. Und warum eigentlich? Hier finden sie Erklärungsversuche: What happened to Frank Gehry? Some call it a midlife crises, others chalk it up to a moment of revelation. Whatever occurred, this rather conventional middle-aged architect changed virtually overnight into an avante garde designer and created what is arguably the most influential residence of the 20th Century.

Dekonstruktiv sind Gebäude übrigens dann, wenn verzweifelt gar nichts passen soll. Oder in der Art vom Oktober 1988 schreibt Peter M. Bode: Die Architektur gerät aus den Fugen: Unter dem Banner des "Dekonstruktivismus" vergehen sich Baukünstler aus aller Welt gegen Harmonie und Symmetrie, gegen den rechten Winkel und - jedenfalls scheinbar - gegen alle Gesetze der Statik. Mit schiefen Wänden, schrägen Fenstern, bizarrem Dekor und ausgefallenen Materialkombinationen reagieren die Dekonstruktivisten auf eine Welt voller Chaos - mal ironisch verspielt, mal brutal.

Später gabs von Gehry dann solche Sachen:




Und weil Sie so gut aufgepasst haben, gibts einen Bonus: wenn Sie auf "Weiter" klicken, wird Ihnen sturm.

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"Herr Präsident, wir sind hassen Sie!" hiess es in einem Leitartikel der Archiblogcity Zeitung.

Noch ist die Katastrophe in ihren Ausmassen weder erfasst noch wirklich fassbar. Archiblogcity, eine einzigartige Stadt, ist in ihrer alten Form nicht mehr existent. Die Stadt liegt am Boden, in Schutt und Asche. Sie braucht neue Firmen, viel mehr Polizei und endlich einen engagierten Umwelschutz – und nach Ansicht vieler Bewohner auch einen neuen Präsidenten. Die katastrophale Lage, kombiniert mit einem Sinkflug der Umfragewerte, ist der vorläufige Tiefpunkt in der Amtszeit von Stadtpräsident Pavot.

In aller Fairness sei gesagt: Die Schuld am Untergang trifft nicht nur den Politiker. Aber gerade für ihn werden die Probleme um Archiblogcity zum PR-Desaster: Die Fernsehteams sind überall, die Sicherheitskräfte nirgendwo; die Lokalpolitiker rufen um Hilfe, die Führung der Stadt präsentiert sich in diesen entscheidenden Tagen taub und ignorant. Pavot brach erst zwei Tage nach Beginn der Unruhen seine Ferien ab und reist nun seit Tagen von Krisencüpli zu Krisencüpli. Meist erfolglos, es tut sich nicht viel.

Fest steht: Archiblogcity wiederaufzubauen – mit sicheren Arbeitsplätzen, einer soliden Infrastruktur, einem funktionierenden Umweltschutzkonzept – wird ein gigantisches Projekt. Die Stadt vor solchen Verheerungen in Zukunft besser zu schützen erfordert öffentliche wie private Investitionen, kluge Personalpolitik und städtische Vorgaben bei der Bebauung. Es erfordert ein Ende der Steuergeschenke an die Besserverdienenden und die Einsicht, dass unter »Heimatschutz« nicht allein die Unterstützung des lokalen Gewerbes fällt. Ob und wie das gehen soll, kann sich derzeit noch niemand vorstellen.

jansen_port

Seit vergangenen Sonntag darf sich die Stadt Bern «Best Host City» schimpfen.

Im Final der SF-Unterhaltungsshow «EURO 2008 – Das grosse Städteduell» (einer Art Quizshow mit Ballaballa-Stimmung) errang das Team aus Bern den trümmligen Titel.

Beste und schnellste Prominente wurde die Ittigerin Andrea Jansen (27), die das Berner Team anführte. Mit 14 von 17 richtigen Antworten der TV-Moderatorin.

Aber das ist eigentlich alles gar nicht weiter wichtig.

jansen_comp
Die Krise in Archiblogcity spitzt sich zu. Plünderungen, Saufgelage und Haschischverkauf sind an der Tagesordnung, Jugendliche haben aufgrund der Arbeitslosigkeit erst recht keine Perspektiven mehr und stinken tuts auch: nach Abgasen und Kehricht. Stadtpräsident Pavot tut in diesen schwierigen Zeiten das einzig Richtige: er flüchtet tollkühn nach vorn. Auch heute trifft sich der rührige Stadtvater mit Amtskollegen zu stundenlangen Arbeitsapéros. Pavot dazu: "Wir arbeiten hart an Strategien zur Verbesserung der Situation und bereits in wenigen Monaten könnte ein Impulsprogramm "Wirtschaft und Soziales" initiiert werden. Die Zeiten sind hart, aber es tut sich trotzdem viel: nächsten Samstag kann das B. Pavot (Sen.)-Eishockeystadion eingeweit werden! Ich verspreche Ihnen: die Gästeliste ist 1A." So Pavot, nur wenige Augenblicke vor seiner Abreise nach Mauritius.

Solche Aussagen machen Mut und sind für unsere kleine Stadt so wichtig, wie die Verbesserung der Bürgersicherheit. In diesem Bereich nämlich sind Sofortmassnahmen dringend notwendig, gerade für die ältere Bevölkerung. Gestern Abend wurde beispielsweise Frau Studer, die Vorsitzende der Geriatrischen Loge, erneut Opfer der meist sinnlosen Gewalt. Frau Studers Zustand ist ernst, aber stabil. Ihr Hund überlebte den neuerlichen Überfall allerdings nicht.

Geländer feiert den Hundertjährigen.  We

Geländer feiert den Hundertjährigen.
Welches?
Auflösung um Mitternacht, bis dann...



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